Bericht eines Junggesellen, der sich auf eine andere Art der Walz befindet – Teil 3

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein weiterer Monat meiner Reise ist vergangen und ich möchte nun meine Erlebnisse mit Ihnen teilen.

Der August endete damit, dass mich mein Bruder anrief, und mir mitteilte, ein Kumpel habe sich den Arm gebrochen und kann jetzt nicht mit zur geplanten Fahrradtour. Er fragte mich, ob ich vielleicht spontan Lust und Zeit habe, mitzukommen.

Lust hatte ich sofort, musste aber die anstehenden Termine der nĂ€chsten Woche verschieben und umplanen. Gesagt, getan. Nach einigem Hin und Her habe ich mir die Woche freischaufeln können, zumindest von Samstag bis Donnerstag. Außerdem habe ich auch eine Möglichkeit gefunden mit dem Fahrrad nach Dresden zu gelangen, wo wir als Gruppe in den Zug steigen wollten, um zum Startpunkt der Radtour zu kommen.

Ein Freund aus Neuruppin, welcher derzeit in Rostock studiert, war auf den elterlichen Bauernhof zum Arbeitseinsatz angefordert worden. Da bot ich mich als weitere Arbeitskraft an und er nahm mich, samt Fahrrad, in seinem Auto mit. So kam ich schonmal ein ganzes StĂŒck in die Richtung in die ich musste.

Der Arbeitseinsatz bestand daraus, die Schalung und die BewĂ€hrung fĂŒr die Bodenplatte eines zukĂŒnftigen GebĂ€udes zu bauen. Zuerst kĂŒmmerten wir uns um die Schalung. Dazu stellten wir Schalungsbretter umlaufend auf und brachten sie mit Hilfe eines Lasers in die gewĂŒnschte Position. Danach fixierten wir die Bretter mit PfĂ€hlen und Keilen, sodass sie dem Druck des Betons standhalten. Als diese Arbeit abgeschlossen war, wurden die BewĂ€hrungsmatten ins Innere der Schalung gelegt und mit Bindedraht verbunden. Somit waren die Vorbereitungen fertig und der Beton konnte kommen (Bild 1). Anschließend machte ich mich allerdings weiter auf meine Reise.

Von Neuruppin ĂŒber Berlin bis nach Dresden. Dort wurde mein Fahrrad in einer „Nacht- und Nebel-Aktion“ mit GepĂ€cktaschen und Trinkflaschenhaltern zum Reisefahrrad umgebaut. So konnte die Radtour am nĂ€chsten Tag starten (Bild 2).

Mit dem Zug, ging es fĂŒr die ganze Gruppe zum Startpunkt der Fahrradtour nach Passau, an den Zusammenfluss von Donau und Inn. Alle waren hochmotiviert und die Tour konnte beginnen.

Die Radwege im Donautal sind in einem Top Zustand, und so legten wir als Gruppe am Tag zwischen 80 und 100 km zurĂŒck. Die Landschaft mit ihren Weinbergen und Flussauen war einfach herrlich und wir genossen das schöne Wetter im SpĂ€tsommer (Bild 3).

Einen Zwischenstopp machten wir unter andern im Stift Melk (Bild 4). Nach einem anstrengenden Tag mit viel Gegenwind sehnten wir uns am Abend nach einem kĂŒhlen Bier im Biergarten des Klosters. So verschwitzt und in Fahrradklamotten wie wir waren, ließen wir uns in der Gastwirtschaft nieder und genossen die Pause. Auf einmal kam ein Mann vom Nachbartisch zu uns und fragte uns, was wir fĂŒr eine lustige Truppe wĂ€ren. Daraufhin kamen wir in amĂŒsante GesprĂ€che und es stellte sich heraus, dass der Nachbarstisch, sowie die restlichen Tische, mit der Klosterleitung besetzt waren. Das Kloster war nĂ€mlich zudem noch ein Gymnasium und ein Museum. Aufgrund dessen, dass  an diesem Montag der erste Schultag nach den Sommerferien war, saßen die Schulleitung, der Kloster Abt und andere Persönlichkeiten dort im Biergarten und redeten miteinander. Da dieser Abend sehr lange ging, der Campingplatz schon zu hatte und wir am nĂ€chsten Morgen eine private FĂŒhrung mit dem Sicherheitsbeauftragten des Klosters bekommen sollten (der Mann der uns angesprochen hatte), meinte dieser, er schließe uns die Sportanlagen des Gymnasiums auf und wir könnten auf dem Sportplatz unser Zelt aufbauen. Das war mit einer der schönsten Abende, da alles so spontan und unerwartet war.

Am nĂ€chsten Morgen bekamen wir dann unsere eigene FĂŒhrung durch die RĂ€umlichkeiten des Klosters und als Abschiedsgeschenk eine SpezialitĂ€t aus dem Klostershop.

Wir setzten unsere Reise fort und waren am Mittwoch in Bratislava. Wir erkundeten am Abend die Stadt und ĂŒbernachteten in einem sehr interessanten Haus, welches innen genauso schief und krumm war, wie außen (Bild 5).

Am nÀchsten Tag nahmen mein Bruder, ich und noch ein anderer Freund den Flixbus nach Dresden.

Von dort aus fuhren ein ehemaliger Klassenkamerad und ich, nach Usedom in das Ferienhaus seiner Eltern. Dort verbrachten wir ein Wochenende am Strand und unternahmen einen Ausflug in das Technische Museum PeenemĂŒnde (Bild 6).

In der darauffolgenden Woche wurde ich nochmal fĂŒr zwei Tage zu einem Zaunbau Arbeitseinsatz auf den Biobauernhof gebeten. Am ersten Tag haben wir zunĂ€chst die AbstĂ€nde der PfĂ€hle festgelegt und auf dem Boden markiert. Daraufhin konnten wir die Löcher bohren und die PfĂ€hle einsetzen. Am zweiten Tag haben wir dann alle EckpfĂ€hle mit schrĂ€gen StĂŒtzen versteift, sodass sie den auftretenden KrĂ€ften beim spannen des Drahtes standhalten. Daraufhin legten wir den Draht aus und spannten ihn vor. Zum Schluss schraubten wir die Isolatoren an die PfĂ€hle und hingen den Draht ein. (Bild 7)

Als dann der Zaun fertig war, brach ich zum Saaler Bodden auf. Mein Plan war ja, diesen Sommer das Kitesurfen zu erlernen und ich habe mitbekommen, dass dort am Bodden ein guter Ort wĂ€re es zu lernen. Durch ein paar nette Worte von einem GeschĂ€ftspartner durfte ich dort bei jemandem auf dem GrundstĂŒck mit meinem Auto stehen.

Als dann der Wind gut war, machte ich also einen Kitesurfkurs und probierte mich aus. Das schöne fĂŒr einen AnfĂ€nger ist, dass der Bodden total flach ist und man sehr lange stehen kann. Erst ĂŒbte ich den Drachen zu lenken und machte verschiedene Übungen. Als dies soweit klappte holte die Surflehrerin ein Surfbrett und erklĂ€rte mir die Vorgehensweise, um auf das Brett zu kommen. Nach einigen Versuchen stand ich dann sogar auch schon ein paar Meter auf dem Wasser. Die Freude war groß und die Lehrerin meinte, sowas kommt sehr selten vor. Als ich die Basics also gelernt hatte hieß es ab jetzt einfach immer wieder probieren und selber die Erfahrungen sammeln (Bild 8).

Ich blieb dann noch zwei Tage dort in Saal und half dem Mann, wo ich mit dem Auto stand, bei ein paar Baumaßnahmen an seiner Garage. Zuerst habe ich eine alte TĂŒr repariert, indem ich ein anderes TĂŒrblatt so angepasst habe, dass es in die entsprechende TĂŒr passt (Bild 9). Danach haben wir einen Rollladen an die Garage gebaut und als Bodenabschluss eine Betonschwelle gegossen. Am zweiten Tag haben wir dann diese Front noch zum Teil mit Holzschalung verkleidet (Bild 10).

WĂ€hrend dessen bekam ich einen Anruf von Freunden, die mich fragten, ob ich Lust und Zeit habe, mit zur Weltmeisterschaft der jungen Springpferde nach Zangersheide zu kommen. Ich stimmte zu, stellte mein Auto ĂŒber das Wochenende in Rostock auf einen Parkplatz und saß mit im Auto nach Belgien.

Nach diesem Wochenende fuhr ich wieder zurĂŒck nach Rostock und begann meine Sachen fĂŒr die eigentliche Atlantik Reise mit dem Camper zu packen. Als dann alle Vorbereitungen fertig waren und ich mich von meinen Freunden aus Rostock verabschiedet hatte, ging die Reise dann endlich am 29. September los.

Den ersten Halt in Richtung Westen, machte ich in LĂŒbeck. Ich erkundete dort fĂŒr ein paar Stunden die Altstadt und schaute mir unteranderem das Holstentor an (Bild 11).

Weiter ging die Reise dann zu einem Freund in die LĂŒneburger Heide, bei dem ich eine Nacht auf dem Hof stehen durfte.

Am nĂ€chsten Morgen frĂŒhstĂŒckten wir gemeinsam und dann ging es fĂŒr mich weiter nach Hamburg. Dort schaute ich mir unter anderem den Hafen, die Speicherstadt, die LandungsbrĂŒcken, das Rathaus und natĂŒrlich die Elbphilharmonie an (Bild 12).

So endete der Monat September aber die Reise Richtung Atlantik hat gerade erst begonnen. Fortsetzung folgt


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