Bericht eines Junggesellen, der sich auf eine andere Art der Walz befindet – Teil 6

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Bericht möchte ich nun erzĂ€hlen, was ich noch erlebt habe und wie ich fĂŒr einen Weihnachtsbesuch in die Heimat gekommen bin.

Machen wir aber da weiter, wo der letzte Bericht endete, am spanischen Platz von Sevilla.

Von dort aus fuhren wir am nĂ€chsten Tag zu der KĂŒstenstadt Cadiz. Diese liegt etwas vorgelagert auf einer Halbinsel im Meer. Wir machten einen Stadtbummel und schauten uns die Kathedrale, die engen Gassen, die Ruine, eines römischen Theaters und einen botanischen Garten an. Das Interessanteste waren die riesigen GummibĂ€ume, welche man auf Bild 1 sehen kann. Sie hatten einen Stammdurchmesser von einigen Metern und eine gigantische Baumkrone. Auf dem Bild sehen sie, wie ich förmlich in den Wurzeln des Baumes verschwinde.

Am darauffolgenden Tag wollten wir ein letztes Mal die Chance nutzen, um im Atlantik zu surfen. Wir fuhren also weiter Richtung SĂŒden, bis wir an einen geeigneten Surfstrand kamen (Bild 2). Auf dem dritten Bild sieht man meine unglaublich lockere Haltung auf dem Surfbrett. Zuletzt hatten mein Freund und ich den Dreh raus und wir konnten tatsĂ€chlich einige gute Wellen auf dem Surfbrett reiten.

Der nĂ€chste Tag brachte uns dann bis an die SĂŒdspitze Spaniens, nach Tarifa. Als Beweisfoto dient hier das Bild 4, welches mein Kumpel von mir gemacht hat, wĂ€hrend ich im Kreisverkehr mit meinem Camper einige Extrarunden gedreht habe.

Auf dem fĂŒnften Bild ist die Insel zu sehen, welche sĂŒdlich von Tarifa vorgelagert ist und somit der sĂŒdlichste Punkt Spaniens ist. Diese war jedoch militĂ€risch genutzt und konnte daher nicht betreten werden. Ganz im Hintergrund unter den Wolken sind dann schon die ersten Berge Afrikas zu erkennen. Was fĂŒr ein gigantischer Anblick! Ich war ĂŒberglĂŒcklich es tatsĂ€chlich bis dahin geschafft zu haben. Von nun an hieß es wieder zurĂŒck in Richtung Norden.

In Tarifa schliefen wir noch eine Nacht in der NĂ€he des Strands und machten uns am nĂ€chsten Tag auf nach Gibraltar. Gibraltar wurde 1704 wĂ€hrend der Siesta von einer Englischen Flotte erobert. Seitdem versuchten die Spanier oftmals diese Halbinsel zurĂŒckzuerobern, was jedoch aufgrund der genialen Verteidigungsanlage nie funktionierte. Dazu spĂ€ter mehr.

Gegen Abend erreichten wir die Stadt und beschlossen, da Gibraltar britisches Überseegebiet ist, in einen englischen Fußballpub zu gehen. Da zu dieser Zeit ein WM-Spiel von England stattfand, machten wir uns also auf den Weg zu den Fans und schauten zusammen mit ihnen das Spiel.

Das Erste, was man sieht, wenn man die Grenze zu Gibraltar ĂŒberschreitet, ist diese typische rote Telefonzelle (Bild 6).

Auf dem siebten Bild sieht man den Rock of Gibraltar am nĂ€chsten Morgen. Im Vordergrund ist die, quer zur Straße verlaufende, Start- und Landebahn zu sehen. Diese mussten wir zunĂ€chst ĂŒberqueren, um zu dem Felsen zu gelangen. Am Felsen angekommen besichtigten wir die unzĂ€hligen Tunnel und GĂ€nge, welche den Berg durchziehen und frĂŒher, wie erwĂ€hnt, zur Verteidigung dienten. Der gesamte Berg ist mit solchen Tunneln durchzogen und ĂŒberall stehen Kanonen in den geheimen RĂ€umen (Bild 8).

Ein Blick aus den Schießscharten dieser GĂ€nge ist auf Bild 9 zu sehen. Dort sieht man auch nochmal die Start- und Landebahn von Gibraltar mit der durchquerenden Verbindungsstraße, sowie den Friedhof der Stadt.

ZusĂ€tzlich, zu den von Menschenhand angelegten GĂ€ngen, gibt es in dem Felsen auch noch eine riesige natĂŒrliche Höhle, die St. Michaels Cave. Auf Bild 10 ist das Ausmaß der Höhle zu sehen, in der sogar Konzerte und AuffĂŒhrungen stattfinden. Außerdem gibt es in der Höhle gigantisch große Stalaktiten und Stalagmiten, die durch tauschende Jahre Kalkablagerung entstanden sind.

Als wir schließlich auf der anderen Seite aus dem Berg kamen, genossen wir zunĂ€chst den Blick ĂŒber die Meeresenge von Gibraltar nach Afrika (Bild 11).

Plötzlich entdeckten wir eine weitere SehenswĂŒrdigkeit, welche uns amĂŒsierte. Die Affen von Gibraltar (Bild 12). Eine Legende besagt, dass solange es diese Affen auf dem Berg gibt, die Stadt zu England gehört. Somit werden diese Affen auch von einer Tierschutzstation gefĂŒttert, versorgt und kontrolliert.

Als es dann am Abend langsam dĂ€mmerte, stiegen wir vom Felsen hinab und machten uns auf den Weg zum Camper, den wir auf der spanischen Seite abgestellt hatten. Unterwegs begann es auf einmal, wie aus Eimern, zu schĂŒtten und es wurde nicht weniger. Die Abflusssysteme schafften es nicht die Wassermassen zu transportieren und so standen die Straßen nach einiger Zeit unter Wasser (Bild 13). Am Auto angekommen beschlossen wir kurzerhand aufzubrechen um die Wassermassen hinter uns zu lassen und die nĂ€chste Stadt zu erreichen.

Diese war Malaga, wo wir meine Freundin vom Flughafen abholten, um mit ihr die Reise fortzusetzen. Wir erkundeten den restlichen Tag die Stadt und besuchten auch hier ein altes römisches Theater und die vielen kleinen Gassen, welche die Stadt durchkreuzten. Auf dem 14. Bild ist der Blick von dem Castillo de Gibralfaro ĂŒber die Stadt und das Hafenbecken bei herrlich warmen Temperaturen zu sehen.

Die nĂ€chste Etappe der Reise war dann durch die Sierra Nevada. Lange gerade Straßen durch, gefĂŒhlt, endlose karge Landschaften waren typisch fĂŒr diese Region. Auf Bild 15 sehen sie die Hochebene und ringsherum die Berge, manche davon waren sogar mit Schnee bedeckt. Eine weitere Besonderheit, welche ich so bisher auch noch nie gesehen habe, waren die ErdhĂ€user in den HĂŒgeln dieser Region. Oftmals war eine Seite eines HĂŒgels gerade abgestochen und als Hausfassade mit TĂŒren und Fenstern ausgestattet. Der Rest blieb als staubiger HĂŒgel unverĂ€ndert. Nur an manchen Stellen ragten die Schornsteine der unterirdischen HĂ€user aus dem Boden.

Nachdem wir die Sierra Nevada hinter uns gelassen hatten, ging die Reise dann in sehr großen SprĂŒngen voran. Die nĂ€chsten beiden Bilder sind dann schon aus Valencia. Das Bild 16 ist von einem Stadttor ĂŒber die Altstadt fotografiert und zeigt die kleinen verwinkelten Gassen und das DĂ€chermeer der spanischen Stadt. Danach schlenderten wir durch die schön angelegten GĂ€rten bis zum Naturkunde- und Kunstmuseum von Valencia (Bild 17). Die angelegten Parkanlagen mit Palmen und WasserflĂ€chen waren einfach erstaunlich. Am Abend schauten wir dann noch den Sonnenuntergang an und setzten anschließend unsere Reise fort.

Entlang der MittelmeerkĂŒste fĂŒhrte uns der Weg als nĂ€chstes nach Barcelona. Diese Stadt hatte ich allerdings schon im Februar 2022 besucht, weshalb wir uns diese nicht sehr lange anschauten. Dennoch besuchten wir das Castell de Montjuic, von wo wir einen herrlichen Blick ĂŒber das funkelnde Lichtermeer der Stadt und des Hafens hatten. Am Abend fuhren wir dann einmal quer durch die Metropole und machten uns auf zur nĂ€chsten Stadt.

Diese war Marseille und wir beschlossen ebenfalls, es bei einem kurzen Besuch zu belassen. So fuhren wir auf den Hausberg der Stadt zur Notre Dame de la Garde, um diese Aussicht zu genießen (Bild 18).

Weiter ging dann die Reise an diesem Tag bis kurz vor Monaco. Bei schlechtem Wetter und bei Nacht konnten wir nur grob erahnen, wo die Stadt liegt. Als am nĂ€chsten Morgen die Wolken weggezogen waren, stellten wir fest, dass wir ĂŒber den DĂ€chern der GlĂŒcksspielstadt geschlafen haben (Bild 19). Nach dem FrĂŒhstĂŒck beschlossen wir uns diesen winzigen Stadtstaat aus der NĂ€he anzuschauen. Wir besuchten das weltbekannte Casino Monte Carlo, sowie den Yachthafen der Stadt. Außerdem schauten wir uns die Rennstrecke und das Schloss des FĂŒrsten an. Überall war Prunk und Reichtum zur Schau gestellt und wir fĂŒhlten uns, als minimalistisch lebende Nomaden, wie in einer ganz anderen Welt.

Weiter fuhren wir dann nach Mailand, wo wir uns die Ladenpassagen und den Dom anschauten (Bild 20). Allerdings war das Wetter an diesem Tag so schlecht, dass wir es bevorzugten, weiter nach Verona zu fahren.

In Verona war das Wetter dann wieder angenehm, sodass wir einen Stadtbummel unternehmen konnten. Wir schauten uns die vielen kleinen verspielten Gassen an, aber am meisten gefiel mir das riesige römische Theater aus dem Jahr 30 nach Christus (Bild 21). Einfach nur erstaunlich, wie dieses Bauwerk die Jahrtausende ĂŒberstanden hat und sogar heute noch fĂŒr Konzerte und AuffĂŒhrungen genutzt wird. TatsĂ€chlich wĂ€re das Theater noch grĂ¶ĂŸer gewesen, doch der Ă€ußere Steinbogenring wurde in den Jahrhunderten abgerissen und die Steine unter anderem als Baumaterial fĂŒr die Stadtmauer und GebĂ€ude verwendet.

Am Abend fuhren wir aus der Stadt, am Gardasee vorbei und schliefen in den bereits verschneiten Alpen.

Am vorletzten Tag unserer Reise ĂŒberquerten wir den Brennerpass (Bild 22) und kamen am Abend bei Verwandten in MĂŒnchen an. Bei ihnen erzĂ€hlten wir von der Reise und ĂŒbernachteten, seit Langem mal wieder, in einem richtigen Haus.

Am nĂ€chsten Morgen frĂŒhstĂŒckten wir gemeinsam und brachen dann zur letzten Etappe auf. Nonstop von MĂŒnchen nach Chemnitz, wo wir am Nachmittag des 18. Dezembers von der Familie glĂŒcklich begrĂŒĂŸt und empfangen wurden. Wir freuten uns alle darĂŒber, diese Reise ohne weitere Komplikationen, ĂŒberstanden zu haben und heil zuhause angekommen zu sein (Bild 23).

Die darauffolgenden Tage habe ich dann damit verbracht, den Camper AuszurĂ€umen, sauber zu machen und fĂŒr das nĂ€chste Jahr vorzubereiten. Auch ĂŒber das Jahr angesammelte behördliche Dinge habe ich erledigt und natĂŒrlich auch Weihnachten und den Jahreswechsel mit Familie und Freunden verbracht.

Welche Erweiterungen ich am Camper vorgenommen habe, und wie das neue Jahr fĂŒr mich losging, erfahren Sie im nĂ€chsten Bericht.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen Tobias Uhlig.

Weitere Infos

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